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Schaumprobleme im aktiven Schlamm: 5 Ursachen, 5 Lösungen

21. Mai 2026 4 Min. Lesezeit 98 görüntülenme
Der bräunliche/weiße Schaum, der die Reaktoroberfläche des aktiven Schlammsystems bedeckt, verursacht sowohl visuelle als auch operationale Probleme. Wenn die Schaumart (biologisch, detergent, anfänglich) korrekt identifiziert wird, wird die Lösung klar. In diesem Artikel behandeln wir die 4 Hauptschaumarten, mikroskopische Unterscheidungsmethoden und vor Ort bewährte Interventionsprotokolle.
Schaumprobleme im aktiven Schlamm: 5 Ursachen, 5 Lösungen

Kurze Antwort: Schaum im aktiven Schlamm entsteht aus 4 Hauptursachen: (1) Nocardia/Gordonia-Schaum (braun, dauerhaft, fettanregend), (2) Microthrix-Schaum (im Winter, kalter Reaktor), (3) Detergent-Schaum (weiß, vorübergehend, aus Tensiden), (4) Start-Schaum (bei neuem Schlamm, normal). Die richtige Diagnose = die richtige Lösung: Fettquelle unterbrechen, SRT verkürzen, Detergentquelle trennen, Temperatur steuern.

Aktiver Schlamm Schaumarten und visuelle Unterscheidung

Schaumtyp Farbe/Aussehen Stabilität Typische Ursache
Nocardia/GordoniaDunkelbraun, viskos, fettigSehr dauerhaft, dickFett, hohe SRT, Detergent
Microthrix parvicellaHellbraun, leichtMittel dauerhaftNiedrige Temperatur, FOG
Detergent/TensidWeiß, schaumig, leichtVorübergehend, zerfälltWaschküche, Fabrik CIP
Start-SchaumHellgrau, nicht dickNormaler Prozess, 1-2 WochenNeu gestartete Anlage
DenitrifikationsschaumBraun-fettig, schwimmt in der AbsetzkammerN₂-GasfreisetzungUnzureichende anoxische Zone

1. Nocardia / Gordonia-Schaum (Der problematischste Typ)

Filamentöse Actinomyceten-Bakterien (Nocardia, Gordonia, Skermania) produzieren oberflächenaktive Lipide — diese Lipide stabilisieren Luftblasen und erzeugen dauhaften braunen Schaum. Der Schaum kann eine Dicke von 50-100 cm erreichen und sieht auf der Wasseroberfläche wie "Sahne" aus.

Auslösende Bedingungen

  • Fett- und Schmierstoffbelastung (am häufigsten) — Nocardia bevorzugt hydrophobe Substrate
  • Hohe SRT (> 10-12 Tage) — langsam wachsende Nocardia lagert sich an
  • Hohe Temperatur (> 18 °C) — optimales Wachstum
  • Vorhandensein von Detergent/Tensid — stabilisierend für Schaum
  • Hoch-FOG-Sektoren wie Schlachthäuser, Lebensmittel, Hotels

Lösungsstrategie

  1. Fettquelle unterbrechen: DAF-Leistung kontrollieren, Fettabscheider warten, Mitgliedswerk prüfen (falls OSB)
  2. SRT verkürzen: Menge an überschüssigem Schlamm erhöhen, SRT auf 5-8 Tage reduzieren (vorübergehende Maßnahme)
  3. Schaum physisch entfernen: Oberflächenabscheider, Wasserstrahl, Vakuum — Schaum zurück in den Reaktor!
  4. Schaumrückführung unterbrechen: In klassischen Anlagen wird der Schaum zurück in den Reaktor geleitet, wodurch Nocardia erhalten bleibt. Schaum nach außen abführen.
  5. Chlorierung (letztes Mittel): Direktes NaOCl-Spray auf den Schaum — vorübergehend. Wenn die Grundursache nicht behoben wird, kehrt es in 2-3 Wochen zurück.
  6. Antischaumdosierung: Silikonbasierte Antischaummittel — teuer, aber für Notfälle geeignet.

2. Microthrix Parvicella-Schaum

Microthrix ist ebenfalls filamentös und liebt Lipidstoffwechsel. Der Unterschied zu Nocardia: Bevorzugung kalter Reaktoren (10-15 °C optimal). Im Winter ist es ein klassisches Problem.

Lösung:

  • Temperaturmanagement (sofern möglich Heizung)
  • FOG-Quellenkontrolle (Microthrix liebt Fett wie Nocardia)
  • Anoxische Zone hinzufügen/erweitern — Microthrix kann unter diesen Bedingungen nicht wachsen
  • RAS-Chlorierung (selektives Abtöten)

3. Detergent / Tensid-Schaum

Weißer, leichter, leicht zerfallender Schaum. In der Regel kein echtes biologisches Problem, sondern hohe Konzentrationen von Tensiden (LAS, NPE, Alkylbenzolsulfonat) im Abwasser.

Typische Quellen:

  • Waschküche (Hotel, Krankenhaus)
  • Fabrik CIP (insbesondere Lebensmittelbranche mit alkalischen Detergentien)
  • Fahrzeugwaschabwasser
  • Schaumspray/Feuerlöscher versehentlich

Lösung:

  • Erkennung und Reduzierung an der Quelle (Warnung, falls Mitgliedswerk)
  • Kapazität des Puffertanks erhöhen
  • Schaum mechanisch mit Wasserstrahl verteilen
  • Antischaumdosierung (sofortige Lösung)
  • Aerobe biologische Abbaustoffe LAS und NPE, aber hohe Konzentrationen verursachen biologischen Schock

4. Denitrifikationsschaum

Im letzten Absetzbecken lagert sich Schlamm an der Oberfläche ab, aber es handelt sich nicht um Nocardia-Schaum. Grund: Denitrifikation, die in der aeroben Zone endet — im Schlamm entsteht N₂-Gas, das den Schlamm an die Oberfläche hebt.

Lösung:

  • Volumen der anoxischen Zone erhöhen (NO₃ in der Aerobenzone, in der anoxischen reduzieren)
  • Interne Rückführungsrate erhöhen (bis 4Q)
  • HRT des letzten Absetzbeckens verkürzen (Schlamm weniger lange warten lassen)
  • Schlammtrichterneigung unter 60° für den Auslass ist kritisch

5. Start-Schaum

In neu gestarteten oder mit Seed Sludge in Betrieb genommenen Anlagen ist die erste 1-3 Woche normal. Es entsteht, bis sich Mikrofauna und Flockenstruktur etabliert haben. Keine Intervention erforderlich — es geht von selbst vorbei. Antischaumdosierung kann hilfreich sein.

Mikroskopische Diagnose — Welches Filament?

Vor einer direkten Intervention im Schaum ist unbedingt eine mikroskopische Analyse erforderlich:

  • Gramfärbung: Nocardia gram-positiv, verzweigt; Microthrix gram-positiv, dünn und lang
  • Neisser-Färbung: Microthrix granula-positiv, Nocardia negativ
  • Floc-intern vs. zell-intern: Nocardia bildet verzweigte Strukturen im Floc, Microthrix in langen Filamenten
  • Typenkatalog: Eikelboom und andere Referenzatlanten werden verwendet

Antischaummittel — Anwendungshinweis

Antischaum (auf Silikon- und Polyethylenglykolbasis) wird für Notfälle verwendet:

  • Vorteil: Schnelle Wirkung (Schaum fällt innerhalb von Minuten)
  • Nachteil:
    • Teuer (dauerhafte Verwendung ist wirtschaftlich nicht tragbar)
    • Hydrophobe Ansammlung — kann Nocardia langfristig ernähren
    • Verwendung in Membran MBR erfordert Genehmigung des Herstellers (verstopft die Membran)
    • Kann die Qualität des Auslaufwassers beeinträchtigen

Sollte nur als vorüberbrückende Lösung während der Behebung der Grundursache verwendet werden.

Schaumprävention — 7 praktische Regeln

  1. FOG-Vorbehandlung streng halten (DAF, Fettabscheider)
  2. SRT im optimalen Bereich (8-15 Tage CAS, 20-30 Tage MBR)
  3. Oberflächenabscheider aktivieren — Schaum abführen, bevor er sich ansammelt
  4. Schaum nicht zurück in den Reaktor leiten — in die Abwasserleitung umleiten
  5. Proaktiv für den Winter — RAS-Chlorierung oder anoxische Erweiterung, bevor die Temperatur sinkt
  6. Detergentquellen ausgleichen (Puffertank, Mitgliedswerk kontrollieren)
  7. Regelmäßige mikroskopische Überwachung — wöchentlich (Filamenttyp frühzeitig erkennen)

Schaum in MBR

Schaum kann auch in MBR auftreten, hat jedoch unterschiedliche Auswirkungen:

  • Kein letztes Absetzbecken — Schaumüberlauf gelangt nicht direkt in den Abfluss
  • Schaum im Membranbecken → verhindert Luftdurchlässigkeit → Fouling nimmt zu
  • Schlamm sammelt sich an der Oberfläche → Schlammabfuhr wird erschwert
  • Die Verwendung von Antischaum erfordert die Genehmigung des Membranherstellers

Fazit

Schaum im aktiven Schlamm ist immer ein lösbares Problem. Diagnose zuerst, Intervention danach: Schaumfarbe, -dicke, mikroskopische Betrachtung bestimmen. Oft ist die Grundursache eine Kombination aus Fett + hoher SRT + kaltem Reaktor. Antischaum und Chlorierung sind symptomatische Behandlungen; die dauerhafte Lösung besteht darin, die auslösende Ursache zu beseitigen.

Verwandte Leitfäden: Schlammaufblähung (Bulking), Membranverstopfung, FOG-Entfernung. Wenn Sie in Ihrer Anlage ein Schaumproblem haben, können Sie unser Ingenieurteam von Arsistek um eine Vor-Ort-Diagnose + Lösungsschema bitten.

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Häufig gestellte Fragen

7 Soru
Schaum entsteht aus 4 Hauptursachen: (1) Nocardia/Gordonia Bakterien (Fett + hohe SRT), (2) Microthrix parvicella (niedrige Temperatur + Fett), (3) Detergent/Surfaktant (oberflächenaktive Substanz im Abwasser), (4) Anfangsschaum (normal in neuen Anlagen). Die Art wird durch visuelle + mikroskopische Analyse bestimmt.
Typische Eigenschaften: dunkelbraun, viskos, ölig, sehr beständig (50-100 cm Dicke). Unter dem Mikroskop zeigt es eine verzweigte Faserstruktur und färbt sich grampositiv. Häufig in Sektoren mit hohem FOG (Schlachtbetriebe, Lebensmittel, Hotels) und in Anlagen mit hohem SRT. Zersetzt sich nicht durch Wasserstrahl und verschwindet nicht von selbst.
3 dringende Schritte: (1) Schaum physikalisch entfernen — mit einem Oberflächenabscheider oder Vakuum, niemals zurück in den Reaktor leiten. (2) Antischaumdosierung — silikonbasiert, wirkt innerhalb von Minuten. (3) Ölquelle abstellen — DAF-Leistung überprüfen. Bei diesen Notfallmaßnahmen muss die Grundursache unbedingt ermittelt werden, sonst kommt der Schaum nach 1-2 Wochen zurück.
Ja, aber es ist mittel-hoch wirksam gegen Nocardia und Microthrix. Es wird eine Dosierung von 2-5 mg Cl₂/g MLSS auf die Rückführleitung angewendet. Es tötet selektiv Filamente ab, SVI und Schaum kehren innerhalb von 1-2 Wochen zur Normalität zurück. Nachteil: Risiko von AOX-Nebenprodukten bei der Entladung, Membranbeschädigung im MBR. Wenn die Grundursache nicht behoben wird, tritt es nach 2-3 Monaten erneut auf.
Definitiv nein. Der Schaum ist reich an Nocardia/Microthrix-Bakterien – wenn er wieder in den Reaktor gelangt, wird das Problem aufrechterhalten. Stattdessen wird der Schaum: (1) in die Abfallschlammleitung geleitet, (2) durch den Verdichter geleitet, (3) entwässert und entsorgt. In klassischen Anlagen ist es ein häufiger Fehler, dass der Schaum versehentlich in die letzte Absetz-RAS-Leitung gelangt.
Generell nicht. Weißer Schaum stammt meist von Reinigungsmitteln/Surfaktanten — vorübergehend, schaumig, leicht dispergierbar. Er löst sich schnell mit Wasserstrahl oder Antischaummittel. Gefährlich ist dunkelbrauner viskoser Schaum (Nocardia) oder hellbrauner Winter-Schaum (Microthrix). Dennoch sollte, wenn der weiße Schaum in hohen Mengen anhält, die Quelle des Abwassers (CIP, Wäscherei) überprüft werden.
Nein, Antischaum ist nur eine Notlösung. Langfristige kontinuierliche Anwendung: (1) Hohe Kosten, (2) Hydrophobe Komponenten ernähren Nocardia, (3) Die Qualität des Auslaufwassers wird beeinträchtigt, (4) Führt zu Membranverstopfung im MBR. Der richtige Ansatz: Schaumkontrolle mit Antischaum + parallele Ursachenintervention (Fettentfernung, SRT-Einstellung). Wenn die Ursache behoben ist, wird Antischaum eingestellt.

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